Salvatore Settis

Verteidigung des Bodens und Gemeinwohl

Italien kann stolz auf seine Kultur des Landschafts- und Naturschutzes sein, die die älteste der Welt sein dürfte und hier erstmals zu einem der grundlegenden Prinzipien des Staates gemacht wurde. Den Höhepunkt, das Herz und die Synthese dieser Geschichte verkörpert Art. 9 der italienischen Verfassung: «Die Republik fördert die Entwicklung der Kultur sowie die wissenschaftliche und technische Forschung. Sie schützt die Landschaft sowie das geschichtliche und künstlerische Erbe der Nation». Ich möchte an dieser Stelle nur auf einen der wesentlichen Züge dieser glücklichen Formulierung verweisen: die enge Verbindung von Landschaft und geschichtlichem und künstlerischem Erbe. Diese Charakteristik unserer Kultur und Rechtstradition ist spätestens seit der Anordnung zum Real Patrimonio di Sicilia vom 21. August 1745 feststellbar, mit der die Erhaltung der antiken Denkmäler Taorminas und der Wälder an den Hängen des Ätnas angeordnet wurde.
Dem Gesetz über den Schutz der Kulturgüter (1909) fügte der Minister Benedetto Croce 1921 das erste Gesetz über den Landschaftsschutz hinzu. Beide Gesetze wurden während des Faschismus vom Minister Giuseppe Bottai neu formuliert und 1939 angenommen; sie stellten eine kontinuierliche Fortführung der Normen des liberalen Italien dar und entstanden mit Unterstützung bedeutender Intellektueller, von Giulio Carlo Argan bis zu Santi Romano. Die von Bottai gestalteten Gesetze waren in keiner Weise faschistisch geprägt: Es ist hingegen so, wie Sabino Cassese geschrieben hat, dass Art. 9 der Verfassung der aus der Resistenza hervorgegangenen Republik als Ergebnis der «Konstitutionalisierung der von Bottai formulierten Gesetze» bezeichnet werden kann.
Auch die heute geltenden Gesetze stehen im Zeichen dieser Kontinuität, besonders der Kodex für Kulturgüter und Landschaft, der 2004 angenommen (Minister Urbani) und 2006 (Minister Buttiglione) und 2008 (Minister Rutelli) novelliert wurde – und folglich in parteiübergreifender Arbeit entstanden ist. Man kann also sagen, dass die Rechtstradition der Wahrung und des Schutzes eine Kontinuität besitzt, die im liberalen Italien beginnt, den Faschismus durchläuft, in der Verfassung Gestalt annimmt und schließlich die politischen Lager des heutigen Italien überwindet.
Diese Kontinuität lässt sich historisch aus einer langen Tradition herleiten, welche bis zu den mittelalterlichen Stadtrepubliken und den vor der Einheit Italiens bestehenden Staaten zurückreicht, die nicht nur miteinander wetteiferten, sondern eine tiefgehende Übereinstimmung, ein gemeinsames Erbe an bürgerlichen Werten und Rechtstraditionen teilten, das sie so eng und dauerhaft verband wie Sprache, Literatur und Kunst. Monumente und Landschaft wurden zum Sinnbild der Bürgerschaft und Prinzip der emotionalen Identifikation, die dem Gedankens, Teil einer gut regierten Gemeinschaft zu sein, entsprach. Wir können das in Lorenzettis Gemälde Il Buon Governo im Palazzo Pubblico in Siena sehen und im Costituto del Comune di Siena, der Stadtverfassung von Siena (1309), lesen, die besagt, dass «derjenige, welcher die Stadt regiert zuallererst ihre Schönheit und ihre Zierde gewährleisten muss, die wesentlich für das Entzücken der Fremden, aber auch für die Ehre und das Gedeihen der Einwohner Sienas sind».
Diese Rechtsnorm und viele ähnliche wurden vom Grundsatz des Vorrangs des öffentlichen Wohls vor dem privaten Nutzen inspiriert, vom Begriff des „Gemeinwohls“ oder publica utilitas, der tatsächlich auf das römische Recht zurückgeführt werden kann. Um auch hier nur ein Beispiel zu nennen: In der apostolischen Verfassung Quae publice utilia et decora erklärt Gregor XIII. (1574) den absoluten Vorrang des öffentlichen Wohls und Anstands vor den cupiditates und den commoda [Interesse, Nutzen] von Privatleuten und unterwirft die Bautätigkeit aller Privatleute einer strengen Kontrolle.
Auch Art. 9 der italienischen Verfassung steht in diesem Zeichen, allerdings fehlt der Begriff „Umwelt“, der in den Jahren ihrer Entstehung noch nicht definiert worden war. Das Verfassungsgericht hat jedoch, unter beachtlichem Aufwand, festgestellt, dass der Umweltschutz ein Verfassungsanliegen von hohem Rang ist (und als solches jedem privaten Interesse übergeordnet), aufgrund der sich wechselseitig verstärkenden Wirkung von Art. 9 und Art. 32, der den Gesundheitsschutz betrifft, ein «fundamentales Recht des Einzelnen und Interesse der Gemeinschaft». Dies ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie voraussehend unsere Verfassung war und ist.
In der italienischen Auffassung dieses in der Verfassung verankerten Schutzes gehören die Bewahrung des geschichtlichen und künstlerischen Erbes, der Landschaft und der Umwelt zusammen. Deshalb ist es umso schmerzhafter, wenn man feststellen muss, dass dieses erhabene, noble Prinzip Tag für Tag verletzt wird; deshalb sollten wir uns in der Pflicht fühlen, öfter auf seine historischen Wurzeln, seine ethische Bedeutung und die Notwendigkeit, die Zukunft unseres Landes zu entwerfen, hinzuweisen. Heute mehr denn je müssen die Italiener dazu aufgerufen werden, ihre Traditionen und ihre Heimat zu respektieren: Das Manifest einer neuen Politik könnte sich auf einen Satz Luigi Einaudis berufen, der 1951 als Staatspräsident schrieb: «Der Kampf gegen die Zerstörung des italienischen Bodens wird lang und hart sein, vielleicht Jahrhunderte dauern. Aber er stellt heute die bedeutendste Aufgabe dar, wenn wir den Boden, auf dem die Italiener leben, retten wollen».
Die Verwendung des Wortes Boden – in seiner genauen und konkreten Bedeutung – vermeidet die Dichotomie und Mehrdeutigkeit anderer Begriffe wie „Territorium“ oder „Landschaft“ und weist uns den Weg: Die Rückkehr zur umfassenden Konkretheit einer nicht „ästhetischen“ – also „zu betrachtenden“ -, sondern „ethischen“ – das heißt „dem Leben dienenden“ («der Boden, auf dem die Italiener leben») – Landschaft, in der , in einer vollständigen Verschmelzung mit dem Begriff „Umwelt“, die wichtigste Quelle für die Gesundheit unseres Körpers und unseres Geistes erkannt wird. Umgekehrt können wir, so wie wir in der Umweltverschmutzung den Grund für körperliche Leiden finden, in der Landschaftszerstörung die Wurzeln für psychische Störungen und Leiden ausmachen. Deshalb muss die Bewahrung des italienischen Bodens eine kollektive Aufgabe sein, die der Verteidigung des öffentlichen Wohls, das heißt der Bürger, dient.
In Italien wie in der ganzen Welt stellt sich immer deutlicher heraus, dass nichts dem Umwelt- und Landschaftsschutz mehr dient als eine qualitativ hochwertige Landwirtschaft. Ein großer Teil des Staatsgebiets ist Agrarland, von einer jahrtausendealten bäuerlichen Kultur geprägt, die ganz eng mit der Kultur der Eliten verschlungen ist: Die von den Händen und Pflügen gestaltete Landschaft ist eben jene, welche Dichter besungen, Maler dargestellt und Reisende auf ihrer Grand Tour bewundert haben. Die intime Verschmelzung von Landschaft und geschichtlichem und künstlerischem Erbe kommt gerade durch die landwirtschaftlichen Nutzung des Bodens zustande, in einem harmonischen Gleichgewicht, das Italien zum Garten Europas gemacht hat, und durch die Bauspekulation und das unkontrollierte Zubetonieren der letzten Jahrzehnte verletzt und zerstört wurde. Zu selten wird bedacht, dass die Zersiedlung, heute auch als urban sprawl bezeichnet, fast immer zu Lasten von äußerst fruchtbarem Agrarland geschieht: Dies trifft auf das einst als felix – das heißt fruchtbar – bezeichnete Kampanien wie auf die von Lagerhallen verunstalteten Ebenen der Lombardei und Venetiens zu.
Die von der Verfassung garantierte enge Beziehung von Landschaft und Umwelt spiegelt die enge Beziehung von Gesundheit und Schönheit und hebt sie hervor. Ein adäquat geschützter Boden, auch in Hinsicht auf die kulturellen Werte der landwirtschaftlichen Tradition unseres Landes, bedeutet außerdem die Produktion von gesunden, nahrhaften Lebensmitteln, die den Ansprüchen unserer Küche gerecht werden. Er bedingt zudem eine effiziente Politik des Eingreifens und Vorbeugens: in Bezug auf die hydrogeologischen Risiken, die weiten von Erdrutschen betroffenen Gebiete, die Anfälligkeit unserer Küsten und Inseln und die verbreitete Erdbebengefahr. Dem Vorrang, welcher der Bewahrung und dem Schutz der Agrarlandschaft eingeräumt wird, kann in einem solchen Zusammenhang ein unvergleichlicher Wert zukommen, denn er verkörpert nicht nur die Achtung, die wir unseren Vorvätern, den Gesetzen und der Verfassung entgegenbringen: Er stellt auch ein immer dringlicher sich abzeichnendes ethisches Prinzip dar, die Achtung der Rechte zukünftiger Generationen, denen wir keine zerstörte Umwelt hinterlassen dürfen.
Niemand hat so gut wie Andrea Zanzotto den Zusammenhang zwischen Landschaftszerstörung und Gewalt gegen unser Erbe erfasst. Er hat zu diesem Thema scharfe, treffende Worte gefunden: «Wenn eine schöne Landschaft erst einmal zerstört ist, kehrt sie nie wieder. Während des Krieges gab es Vernichtungslager, heute hingegen sind wir dazu übergegangen, unseren Boden der Vernichtung preiszugeben: Diese Dinge scheinen wenig miteinander zu tun zu haben, werden jedoch von der selben Mentalität hervorgebracht». 1) Die Gewalt, die unserem Land angetan wird, sagt Zanzotto, ist die Kehrseite und das Ebenbild des Krieges, der Gewalt des Menschen gegen den Menschen: Ebenso wie der Krieg, ist sie Ausdruck von Energie und Vitalität, aber auf Kosten der anderen, vor allem der zukünftigen Generationen. Im Namen einer unendlichen Bautätigkeit werden die Ergebnisse jahrhundertelanger Entwicklungen ausgelöscht und immer weitere Zerstörungen angerichtet, in einem Allmachtswahn, der das, was fortdauern sollte, vernichtet und verschlingt. Dieser kulturelle Verfall rechtfertigt sein Wirken mit dem Leben, geschieht aber im Zeichen des Todes. Wir sollten von Zanzotto lernen zu reagieren, so wie er es tut, mit der Empörung der Gerechten.
Unsere Verfassung bietet einen ausgezeichneten Referenzrahmen für ein neues Projekt zum Schutze des Bodens und der Agrarlandschaft Italiens. Landschaft, Umwelt, Landwirtschaft und Kunst bilden eine untrennbare Einheit, die den Ausgangspunkt bilden muss; dabei soll ihr ästhetischer Wert nicht geleugnet, sondern in eine lebendige ethische Auffassung des «vorrangigen, absoluten Verfassungswerts», die der Schutz besitzt, eingeordnet werden, der laut Verfassungsgericht den engen Zusammenhang zwischen dem Schutz der Landschaft und dem der physischen und psychischen Gesundheit der Bürger impliziert. Der Moment ist gekommen, Antikörper zu bilden, mit der Wiederverwendung verlassener Gebäude, neuen Strategien der Regeneration und intelligenten Nutzung des Bodens und einer starken Förderung der qualitativ hochwertigen Landwirtschaft, auch im Namen guter Nahrungsmittel und unseres Wohlbefindens. Alle diese Themen können und sollen Arbeitsplätze schaffen, indem sie die Stränge unserer Traditionen wieder zusammenknüpfen: im Namen von Gesundheit, Lebensqualität, der Glückseligkeit der Individuen und der Gemeinschaft, des wirtschaftlichen Gleichgewichts und der Produktivität unseres Landes. Das heißt: im Namen des Allgemeinwohls und des Wohls zukünftiger Generationen.

Anmerkung des Übersetzers: Zanzotto spielt mit der doppelten Bedeutung des italienischen Wortes campo, das sowohl “Gebiet” wie “Boden” bedeutet.

Salvatore Settis war Direktor des Getty Research Institutes, Los Angeles (1994-1999) und der Scuola Normale Superiore di Pisa (1999-2010), wo er Klassische Archäologie und Kunstgeschichte lehrte. Er war Gastprofessor an zahlreichen Universitäten in den USA, Frankreich, Deutschland, England und anderen Ländern der EU. Darüber hinaus war Settis Warburg Professor an der Universität Hamburg und Isaiah Berlin Professor am Ashmolean Museum in Oxford, an der National Gallery of Art in Washington DC sowie im Museo del Prado in Madrid. Settis ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences, der Accademia Nazionale di Lincei, Rom, des Institut de France, der American Philosophical Association, Philadelphia, des Istituto Veneto und der Wissenschaftlichen Akademien in Berlin, München, Brüssel und Turin. Salvatore Settis ist Vorsitzender des Wissenschaftlichen Rates des Musée du Louvre in Paris.

Defense of the soil and public interest

Italy can be proud of a tradition of safeguarding the landscape and environment that is the oldest in the world, and was the first to be enshrined in one of the fundamental principles of the State. The culmination, heart and synthesis of this history is in fact Article 9 of the Italian Constitution: “The Republic promotes the development of culture and of scientific and technical research. It safeguards natural landscape and the historical and artistic heritage of the Nation.” Among the key characteristics of this apt formulation, I would like to recall just one: the intimate union of landscape and the historic and artistic heritage, a recurrent feature of the nation’s civil and juridical culture, at least since the Order of the Royal Patrimony of Sicily of 21 August 1745, which simultaneously ordered the conservation of the antiquities of Taormina and of the woods on the slopes of Etna.
The national law to safeguard the heritage (1909) was added to in 1921 by the minister Benedetto Croce, who introduced the first law to protect the landscape. These two laws were then rewritten under Fascism by the minister Giuseppe Bottai, and approved “in two parts” in June 1939, fully in line with the norms of liberal Italy, and with the collaboration of leading intellectuals such as Giulio Carlo Argan and Santi Romano. There was nothing specifically Fascist about the Bottai laws: in fact, as Sabino Cassese has written, Article 9 of the Constitution of a Republic arising from the Resistance can be characterized as “the constitutionalization of the Bottai laws”.
The laws currently in force continue along this line. This is the case above all of the Cultural Heritage and Natural Landscape Code, passed in 2004 (under the minister Urbani), and reaffirmed in a markedly bipartisan way in 2006 (minister Buttiglione) and 2008 (minister Rutelli). We can thus say that the legal tradition of protection represents a line of continuity that started with liberal Italy, ran through the Fascist period, was affirmed in the Constitution and has continued, crossing political divisions, through to modern-day Italy.
The historic explanation for this continuity lies in a long tradition that dates back to the medieval comuni and then to the pre-Unification States; between them there was not just emulation, but a profound harmony, a common background of civil and juridical values, a bond no less strong and lasting than language, literature and art. Monuments and landscape became figures of citizenship and a principle of emotional identification, which coincided with the very idea of being part of a well-governed community. We can see it in Lorenzetti’s Good Government in the Palazzo Pubblico of Siena, we can read it in the Costituto del Comune di Siena (1309), according to which “he who governs the city must first of all ensure its beauty and embellishment, essential for the pleasure and delight of outsiders, but also for the honour and prosperity of the Sienese”.
The principle inspiring this norm, and of many other similar ones, was the primacy of the public good over private profit, the notion of the “common good” or publica utilitas, which was rightly traced back to Roman law. To cite just one example here, in the Apostolic Constitution Quae publice utilia et decora, Gregory XIII (1574) proclaimed the absolute priority of the public good and decorum over the cupiditates and commoda [interests, profits] of private parties, and subjected the building activities of the latter to rigorous control.
The same spirit can obviously be found in Article 9 of the Constitution, where the notion of the “environment” is lacking, not yet having been formulated in the years of the Constituent Assembly. However, the Constitutional Court, with an imposing piece of work, affirmed that the safeguarding of the environment is a primary constitutional value (and as such is superordinate to every private interest) by virtue of the multiplicative combination of article 9 and of article 32, which concerns the safeguarding of health “as a fundamental right of the individual and as a collective interest” – a highly effective example of how farsighted the Italian Constitution was and continues to be.
In the Italian conception of safeguarding embodied in the Constitution, the protection of the historic and artistic heritage, of the landscape and of the environment are one and the same. And so it is all the more painful to have to observe that this high and noble principle is violated every day; we must therefore feel obliged to call attention more often to its historic roots, the ethical significance and the need to plan the future of the nation. Today more than ever before it is necessary to call upon Italians to respect their tradition and their homeland: and indeed as a manifesto of a new policy one might cite Luigi Einaudi, who, in 1951, as President of the Republic, wrote: “The struggle against the destruction of Italian soil will be long and hard, and will perhaps last for centuries. But it is today’s greatest task if we wish to save the soil on which Italians live.”
The carefully chosen and concrete use of the word soil avoids the dichotomies and ambiguities of other terms like “territory” or “landscape”, and indicates the path to take: to return to the full concreteness of a landscape that is not “aesthetic” (“to look at”), but ethical (“to live on”: precisely “the soil on which Italians live”), and to recognize in it, in a complete fusion with the idea of the “environment”, the primary source of our health, of body and of mind. Inversely, just as we recognize the source of physical illnesses in environmental pollution, so too must we be capable of recognizing the roots of disorders and ailments of the mind in the devastation of the landscape. Defending the soil of Italy must therefore be a collective commitment for the legitimate defence of the public interest, that is, of citizens.
It is ever more clear that in Italy, as in the rest of the world, nothing preserves the landscape and environment as much as quality agriculture. A vast proportion of the nation’s territory is agrarian landscape, marked by a millenary peasant farming culture, which is interwoven inextricably with the culture of the elites: the landscape shaped by hand and spade is the same one that has been praised by poets, represented by painters, extolled by visitors on the Grand Tour. The intimate fusion of landscape and the historic and artistic heritage has, precisely in the agricultural use of land, its specific point of suture, in a harmonious equilibrium that made Italy the garden of Europe and which the building speculation and unbridled “cementification” of recent decades has besmirched and devastated. Only rarely is it considered that the patchy urban development, now customarily referred to as urban sprawl, takes place almost invariably at the expense of farmland of exceptional fertility: this is the case of a Campania that was once felix, namely, fruitful; such is the case of the plain of Lombardy and Veneto, now invaded by warehouses.
The constitutionally guaranteed link between landscape and environment exalts and reflects the link between health and beauty. An adequately safeguarded land, also in terms of the values of civilization belonging to the agricultural tradition of the country, also involves the production of healthy food, sufficient to nourish citizens but also up to the standard of Italian cuisine. It should also involve a policy of effective intervention, both curative and preventive, against the fragility of Italy’s coasts and islands, against the widespread risk posed by seismic events. The priority given to the conservation and promotion of agrarian landscapes could have, in a context such as this, a very high value: it may in fact embody not only respect for our forefathers, for the law and for the Constitution; but also an increasingly urgent ethical principle, respect for the rights of future generations, to whom we cannot leave a blighted landscape.
No one has grasped the link between the destruction of the landscape and violence against memory as clearly as Andrea Zanzotto, who has written very effectively and incisively about this: “a beautiful landscape, once destroyed, never returns, and if during the war there were extermination camps, we are now at the point of exterminating fields: facts which, while apparently far removed, depend however on the same mentality.” The violence committed against the countryside, Zanzotto suggests, is opposite yet identical to war, to the violence of humans against humans: like the war, it expresses energy and vitality, but it does so at the expense of others, and in particular of future generations. In the name of an endless growth in construction, the effects of a centuries-long development are cancelled out, provoking new destruction in a growing delusion of omnipotence that rides roughshod over and devours what should be perpetual. This degradation of civilization is self-justified in the name of life, but it takes place under the sign of death. From Zanzotto we should learn to react, like him, with the indignation of the just.
The Italian Constitution offers the loftiest framework of reference for a new project to safeguard the country’s soil and its agricultural landscapes. Landscape, environment, agriculture and art form an inseparable whole, from which to set out once again not to deny its aesthetic values, but to place them in the frame of a vital ethical conception of the “primary and absolute constitutional value” of protection, which, according to the Constitutional Court, entails the strong tie between the safeguarding of the landscape and the safeguarding of the physical and mental health of citizens. Now really is the moment to create antibodies, remodelling abandoned buildings, developing new strategies for recovering land and managing it virtuously, vigorous boosting quality agriculture, also in the name of good food and of wellbeing. All these are themes which can and must create employment, tying together once again the threads of our civil tradition: in the name of health, of quality of life, of the happiness of individuals and of communities, of economic equilibrium and of the productivity of the nation. In the name, in short, of our common good and that of future generations.

Salvatore Settis has been Director of the Getty Research Institute, Los Angeles (1994-1999) and of the Scuola Normale Superiore di Pisa (1999-2010), where he also taught Classical Archaeology and Art History. He has been Visiting Professor in several universities in the U.S., France, Germany, UK, and other EU countries; moreover, he has been Warburg Professor at the University of Hamburg, and delivered the Isaiah Berlin Lectures at the Ashmolean Museum in Oxford, the Mellon Lectures at the National Gallery of Art in Washington DC, and the Lectures of the Cátedra del Museo del Prado in Madrid. He is a member of the American Academy of Arts and Sciences, of the Accademia Nazionale dei Lincei, Rome, of the Institut de France, of the American Philosophical Association, Philadelphia, of the Istituto Veneto, and of the Academies of Sciences in Berlin, Munich, Brussells, and Turin. He currently chairs the Scientific Council of the Musée du Louvre in Paris.

Translator’s note: Zanzotto plays on the dual meaning of the Italian word campo, meaning “camp” but also “field”.

Salvatore Settis has been Director of the Getty Research Institute, Los Angeles (1994-1999) and of the Scuola Normale Superiore di Pisa (1999-2010), where he also taught Classical Archaeology and Art History. He has been Visiting Professor in several universities in the U.S., France, Germany, UK, and other EU countries; moreover, he has been Warburg Professor at the University of Hamburg, and delivered the Isaiah Berlin Lectures at the Ashmolean Museum in Oxford, the Mellon Lectures at the National Gallery of Art in Washington DC, and the Lectures of the Cátedra del Museo del Prado in Madrid. He is a member of the American Academy of Arts and Sciences, of the Accademia Nazionale dei Lincei, Rome, of the Institut de France, of the American Philosophical Association, Philadelphia, of the Istituto Veneto, and of the Academies of Sciences in Berlin, Munich, Brussells, and Turin.  He currently chairs the Scientific Council of the Musée du Louvre in Paris.

Difesa del suolo e bene comune

L’Italia può andar fiera di una cultura della tutela del paesaggio e dell’ambiente che è la più antica del mondo, e che per prima ha saputo tradursi in uno dei principi fondamentali dello Stato. Culmine, cuore e sintesi di questa storia è infatti l’art. 9 della nostra Costituzione: «La Repubblica promuove lo sviluppo della cultura e la ricerca scientifica e tecnica. Tutela il paesaggio e il patrimonio storico e artistico della Nazione». Fra le caratteristiche essenziali di questa felice formulazione, vorrei ricordarne solo una: l’intima unione di paesaggio e di patrimonio storico e artistico, un tratto ricorrente della cultura civile e giuridica del nostro Paese, almeno a partire dall’Ordine del Real Patrimonio di Sicilia del 21 agosto 1745, che simultaneamente impose la conservazione delle antichità di Taormina e dei boschi alle pendici dell’Etna.
Alla legge nazionale di tutela del patrimonio (1909), il ministro Benedetto Croce aggiunse nel 1921 la prima legge di tutela del paesaggio. Queste due leggi vennero poi riscritte sotto fascismo ad opera del ministro Giuseppe Bottai e approvate “in dittico” nel giugno 1939, in piena continuità con le norme dell’Italia liberale, e con la collaborazione di grandi intellettuali, da Giulio Carlo Argan a Santi Romano. Di specificamente fascista, le leggi Bottai non avevano nulla: tanto è vero che, come ha scritto Sabino Cassese, l’art. 9 della Costituzione di una Repubblica nata dalla Resistenza può essere caratterizzato come «la costituzionalizzazione delle leggi Bottai».
Anche le leggi oggi in vigore sono su questa linea di continuità: lo è soprattutto il Codice dei Beni Culturali e del paesaggio, approvato nel 2004 (ministro Urbani), e novellato nel 2006 (ministro Buttiglione) e nel 2008 (ministro Rutelli), dunque marcatamente bipartisan. Possiamo dunque dire che la tradizione giuridica della tutela rappresenta una linea di continuità che parte dall’Italia liberale, attraversa il fascismo, si afferma nella Costituzione e prosegue fino a varcare le divisioni politiche dell’Italia di oggi.
Questa continuità trova la sua spiegazione storica in una lunga tradizione, che risale già agli antichi Comuni e poi agli Stati preunitari, fra i quali e vi fu non solo emulazione, ma una profonda sintonia, un comune retaggio di valori civili e giuridici, un legame forte e duraturo non meno della lingua, della letteratura, dell’arte. Monumenti e paesaggio divennero figura della cittadinanza e principio di identificazione emotiva, che coincideva con l’idea stessa di far parte di una comunità ben governata. Lo vediamo nel Buon Governo di Lorenzetti al Palazzo Pubblico di Siena, lo leggiamo nel Costituto del Comune di Siena (1309), secondo il quale «chi governa la città deve in primo luogo assicurare la sua bellezza e il suo ornamento, essenziali per il diletto e l’allegrezza dei forestieri, ma anche per l’onore e la prosperità dei Senesi».
Principio ispiratore di questa norma, e di molte altre simili, fu il primato del pubblico bene sopra il profitto privato, fu la nozione di “bene comune” o publica utilitas, che con ragione si faceva risalire al diritto romano. Per citare anche qui un solo esempio, nella costituzione apostolica Quae publice utilia et decora , Gregorio XIII (1574) proclama l’assoluta priorità del bene e del decoro pubblico sulle cupiditates e sui commoda [interessi, profitti] dei privati, e sottopone a rigoroso controllo l’attività edilizia di tutti i privati.
Di identico segno è ovviamente l’art. 9 Cost., dove manca la nozione di “ambiente”, che negli anni della Costituente non era stata ancora messa a punto. Eppure la Corte Costituzionale, con un imponente lavoro, ha potuto affermare che la tutela dell’ambiente è un valore costituzionale primario (e come tale sovraordinato a ogni interesse privato) per la combinazione moltiplicativa dell’art. 9 e dell’art. 32, che riguarda la tutela della salute «come fondamentale diritto dell’individuo e interesse della collettività». Esempio efficacissimo di quanto lungimirante sia stata e sia la nostra Costituzione.
Nella concezione italiana della tutela incarnata dalla Costituzione, la difesa del patrimonio storico e artistico, del paesaggio e dell’ambiente fanno tutt’uno. Perciò è tanto più doloroso dover constatare che questo alto e nobile principio viene violato ogni giorno; perciò dobbiamo sentirci obbligati a richiamarne più spesso le radici storiche, il significato etico, la necessità nel progettare il futuro del Paese. Oggi più che mai occorre richiamare gli Italiani al rispetto della propria tradizione e della propria patria: a manifesto di una nuova politica si potrebbe anzi invocare la frase di un Luigi Einaudi, che nel 1951, da Presidente della Repubblica, così scrisse: «La lotta contro la distruzione del suolo italiano sarà dura e lunga, forse secolare. Ma è il massimo compito di oggi se si vuole salvare il suolo in cui vivono gli italiani».
L’uso, accorto e concreto, della parola suolo evita le dicotomie e le ambiguità di altri termini come “territorio” o “paesaggio”, e ci indica la strada da percorrere: tornare alla piena concretezza di un paesaggio non “estetico” (“da guardare”), ma etico (“da vivere”: «il suolo in cui vivono gli italiani», appunto), e riconoscervi, in una piena fusione con la nozione di “ambiente”, la fonte primaria della nostra salute, del corpo e della mente. Per converso, come nell’inquinamento ambientale riconosciamo la fonte di malattie del corpo, nelle devastazioni del paesaggio dobbiamo saper riconoscere la radice di disagi e malesseri della mente. Perciò difendere il suolo d’Italia dev’essere un impegno collettivo per la legittima difesa del pubblico interesse, cioè dei cittadini.
Sempre più chiaro è, in Italia come in tutto il mondo, che nulla difende il paesaggio e l’ambiente quanto una agricoltura di qualità. Una porzione vastissima del territorio nazionale è paesaggio agrario, segnato da una millenaria civiltà contadina, che si intreccia in modo inestricabile con la cultura delle élites: il paesaggio plasmato dalla mano e dalla vanga è lo stesso che è stato cantato dai poeti, rappresentato dai pittori, esaltato dai visitatori del Grand Tour. L’intima fusione di paesaggio e patrimonio storico-artistico ha proprio nell’uso agrario dei suoli il suo specifico punto di sutura, in un equilibrio armonico che fece dell’Italia il giardino d’Europa e che le speculazioni edilizie e le cementificazioni selvagge degli ultimi decenni hanno offeso e devastato. Raramente si riflette che gli sviluppi urbani “a macchia”, quel che si suole oggi chiamare urban sprawl, si fanno quasi sempre a spese di suoli agricoli di eccezionale fertilità: tale è il caso della Campania un tempo felix, cioè feconda; tale è il caso della pianura lombardo-veneta invasa dai capannoni.
Il nesso paesaggio-ambiente, costituzionalmente garantito, esalta e rispecchia il nesso fra salute e bellezza. Un suolo adeguatamente tutelato, anche nei valori di civiltà propri della tradizione agricola del nostro Paese, vuol dire anche produzione di cibo sano e sufficiente a nutrirci, ma anche all’altezza della nostra cucina. Deve voler dire anche una politica di efficace intervento, curativo e preventivo, contro il dissesto idrogeologico, contro l’estesa franosità del territorio, contro la fragilità delle nostre coste e delle isole, contro il diffuso rischio sismico. La priorità data alla conservazione e promozione dei paesaggi agrari può avere, in un contesto come questo, un altissimo valore : può incarnare infatti non solo il rispetto per i nostri padri, per le leggi e per la Costituzione; ma anche un principio etico sempre più urgente, il rispetto per i diritti delle generazioni future, alle quali non possiamo lasciare un paesaggio devastato.
Nessuno quanto Andrea Zanzotto ha colto il nesso fra distruzione del paesaggio e violenza alla memoria. Egli ha scritto in proposito parole efficaci e taglienti: «un bel paesaggio una volta distrutto non torna più, e se durante la guerra c’erano i campi di sterminio, adesso siamo arrivati allo sterminio dei campi: fatti che, apparentemente distanti fra loro, dipendono tuttavia dalla stessa mentalità». La violenza sulle nostre campagne, suggerisce Zanzotto, è il rovescio e l’identico della guerra, della violenza dell’uomo sull’uomo: come la guerra, esprime energia e vitalità, ma lo fa a spese degli altri, e in particolare delle generazioni future. In nome di una crescita edilizia senza fine, si annullano gli effetti di uno sviluppo secolare, provocando nuove distruzioni in un crescente delirio di onnipotenza che schiaccia e divora ciò che dovrebbe essere perpetuo. Questo degrado della civiltà si autogiustifica in nome della vita, ma si compie invece sotto il segno della morte. Da Zanzotto dovremmo imparare a reagire, come lui, con l’indignazione dei giusti.
Per un nuovo progetto di tutela dei suoli italiani e dei paesaggi agrari, la nostra Costituzione offre il più alto quadro di riferimento. Paesaggio, ambiente, agricoltura, arte formano un’unità inscindibile, da cui ripartire non per negarne i valori estetici, ma per collocarli nel quadro di una vitale concezione etica del «valore costituzionale primario e assoluto» della tutela che, secondo la Corte Costituzionale, implica il forte legame fra tutela del paesaggio e tutela della salute, fisica e mentale, dei cittadini. E’ davvero il momento di creare anticorpi, come il riciclo delle architetture in disuso, nuove strategie di recupero e gestione virtuosa dei suoli, un forte rilancio dell’agricoltura di qualità, anche in nome del buon cibo e del nostro benessere. Temi, tutti, che possono e devono creare occupazione, riannodando le fila della nostra tradizione civile: in nome della salute, della qualità del vivere, della felicità dei singoli e delle comunità, dell’equilibrio economico e della produttività del Paese. In nome, insomma, del bene comune nostro e delle generazioni future.

Salvatore Settis ha diretto a Los Angeles il Getty Research Institute (1994-99) e a Pisa la Scuola Normale Superiore (1999-2010) dove ha anche insegnato Archeologia Classica e Storia dell’Arte. È stato Visiting Professor in varie università degli Stati Uniti, Francia, Germania, Regno Unito e altri paesi europei; è stato Warburg Professor presso l’Università di Amburgo, ha tenuto le Isaiah Berlin Lectures all’Ashmolean Museum di Oxford e le Mellon Lectures alla National Gallery di Washington DC, e ha avuto la Cátedra del Museo del Prado a Madrid. E’ membro dell’American Academy of Arts and Sciences, dell’Accademia dei Lincei di Roma, dell’Institut de France, dell’American Philosophical Association di Philadelphia, dell’Istituto Veneto, dell’Accademia delle Scienze di Berlino, Monaco di Baviera, Bruxelles e Torino. E’ presidente del Consiglio Scientifico del Louvre di Parigi.

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