Eva-Maria Troelenberg

Nilabwärts, ins Land der Etrurier, zur total phantastischen Glücklichkeit

Zu jeder Jahreszahl gibt es Vorgeschichten. Kaum jemals setzen die Dinge wirklich dort ein, wo wir zu zählen beginnen. Die Villa Romana, so heißt es, sei etwa lange vor 1905 einmal vom ägyptischen Vizekönig Ismail Pascha bewohnt gewesen oder sogar besessen worden. Hat man es sich einmal vorgestellt, dann sieht man ihn schon beinahe dort sitzen, im leicht abschüssigen Garten, im Schatten der Zypresse.

Es ist jedoch, aller Wahrscheinlichkeit nach, ein unter den Rahmenbedingungen großartiger Willkür wohldurchdachtes Gerücht. Die Art von Geschichte, die im Rückspiegel betrachtet immer auch ihr eigenes Gegenteil bedeuten kann. Vielleicht auch einfach: Eine mächtige Travestie.
Wahlverwandtschaften

„Wir beschlossen, tags darauf nach Kairo zu reisen, um meinen Vater Ismail Pascha, der zu dieser Zeit mit dem Bau des Suez-Kanals sehr beschäftigt war, zu bitten, eine Reise unternehmen zu lassen nach Etrurien, welches ich liebgewonnen hatte vor langer Zeit, um mit Ramsud dort das Leben einer unendlich tollen, wahnsinnig irren, total phantastischen Glücklichkeit zu verbringen. Er, mein Vater, besaß dort einen Palast in einem Märchenhain aus Bambus mit allerlei Überraschungen gespickt, und schickte sich an, in dieser Ferne die schönen Künste einer Frohnatur zu fördern.“

Diese Zeilen stammen aus einem fiktiven Reisebericht von Michael Buthe, der 1976 für zehn Monate als Preisträger der Villa Romana in Florenz arbeitete. In seiner mit Tuschzeichnungen illustrierten Erzählung konstruiert er die Wahlverwandtschaft zwischen seinem Alter Ego Saladin Ben Ismail und Ismail Pascha, dessen Regentschaft als Vizekönig in Ägypten fast genau ein Jahrhundert zuvor zu Ende gegangen war. Nicht nur auf einer Zeitachse lässt sich diese freimütige Raum-Zeit-Verschränkung durch den Hinweis auf den Bau des Suez-Kanals, der 1869 eröffnet wurde, zunächst vermeintlich genau verankern. Auch die geographischen und räumlichen Koordinaten scheinen eindeutig: Von Alexandria aus führt die Reise den Erzähler und seinen Begleiter und Geliebten Ramsud übers Meer vorbei an Korfu, Kreta und Athen schließlich nach Ostia. Über Land geht es weiter von Rom nach Florenz:

„Die Villa des Ismail Pascha lag etwas außerhalb, auf dem Weg nach Siena. So gelangten wir über die Ponte Santa Trinita, welche die eleganteste Brücke der Welt sein soll, zur Porta Romana, welche durch Fackeln erleuchtet wurde, zur Via Senese, um dort einzukehren in die Villa, diesen Palast Ismail Paschas, der uns beherbergen sollte für die nächsten Monate, um unserer Wanderschaft ein vorläufiges Ende zu setzen. Die Flagge des doppelten Löwen mit der Sonne wurde gehißt, das Glück zu beschwören.“

Ob der historische Ismail Pascha, dessen Regentschaft in Ägypten als Zeit der Reformen und Erneuerung, aber auch der ökonomischen Turbulenzen interpretiert wird, wirklich jemals einen Fuß in die Villa an der Via Senese setzte, wissen wir bislang nicht. Tatsächlich lebte er zwischen seiner Abdankung 1879 und seinem Tod 1895 einige Zeit in Italien und bewohnte wohl auch in Florenz unterschiedliche Häuser, für kurze Zeit besaß er während der 1880er Jahre den Palazzo Scala-della Gherardesca.
Ist Buthes Reisegeschichte, mit großer poetischer Lizenz inspiriert von einer halb vergessenen Florentiner Anekdote, also nur eine weitere unter den zahllosen, bis heute gepflegten Varianten der Grand Tour? Eine eigentlich konservative Standardübung moderner künstlerischer Biografieoptimierung, konzeptionell übersetzt in ein expressives Wort- und Gedankenspiel? Alles in allem einfach noch eine orientalische Phantasie, eine geradezu prototypische Projektionsfläche für die Suche nach einem anderswo möglicherweise nicht artikulierbaren Glück?

Michael Buthe – Villa Romana Blog

© VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Vielleicht – aber es ist eine Phantasie mit mehrläufigem Hintersinn. Mindestens ein Kunstgriff ist die umgekehrte Richtung der Reise, die vom ‚Orient‘ nach Italien und trotzdem nicht nach Hause führt, sondern fort von der imaginären Vatergestalt Ismail Pascha. Eingeführt als Erbauer des Suez-Kanals, mithin also Akteur einer Epochenschwelle der rationalen, technisierten Moderne, bildet er das moderne Widerlager zur Reisebewegung des Erzählers. Dieser bewegt sich im Gegenzug hin zu einer immer zweckfreier werdenden, wiederholt emphatisch beschworenen ‚Glücklichkeit‘ . Effektiv wird damit jede teleologische Zweckrichtung außer Kraft gesetzt – die Perspektive geht weit über eine bloße historisierende Verfremdung oder Maskerade hinaus.

„Die Renaissance war ausgebrochen“

Es öffnen sich mit dieser Reise nicht nur zwei, sondern unzählige Zeitebenen – ein Effekt, der sich durch das kontinuierliche Anschwellen des Begleittrosses unterwegs permanent erneuert und multipliziert: „Es ist schon toll, wie diese Jahrtausende da zusammenkommen.“ Es wird Coca Cola getrunken, und den Soundtrack liefern Simon & Garfunkel, aber entlang des Weges findet das Personal der Weltgeschichte sich ein, von Hermes bis Napoleon, von Kleopatra bis Marylin und Mae West. Im Hafen von Ostia wartet inmitten „dreimillionen Kardinäle[n]“ Lucretia Borgia und erbietet sich, die Reiseleitung bis Florenz zu übernehmen. Die ganze Zeit über wird flamboyant geflirtet, gepaart und gefeiert, bevor alles in eine große Florentinische Travestie mündet:

„Florenz war schöner denn je, Santo Spirito hatte sein tägliches Fest der Transvestiten, die einherstolzierten, rosa Flamingos an zierlichen Leinen haltend, die glühenden Augen der Männer aufsaugend. Ramsud, Lukretia, Cesare Borgia, Savonarola, Cosimo di Medici und der kleine Strozzi, wir alle saßen in einem brillantenen Schlitten…“.

Nicht zufällig hat die emphatisch gestimmte Reisegesellschaft der Widergänger übrigens Florenz mit einer apodiktischen, ganz und gar affirmativ gemeinten Feststellung betreten: „Die Renaissance war ausgebrochen“. Es muss eine Renaissance im breitesten, freiesten und großzügigsten Sinn gewesen sein, die Neuerfindung eines großen, alles umkehrenden und zugleich eines naiven, persönlichen Kosmos.

Am Ende ist aus dem Gerücht eine Ahnung von der Legitimität des Glücks als Zweck und Movens geworden. Es ist damit, auch von heute aus gesehen – eine mediterrane Utopie.

Alle Zitate und die Abbildung stammen aus:

Michael Buthe
© VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Fotos: Albert Coers

Literatur:
Marco Ferri: Four Seasons di Firenze: un altro prossessore arabo. http://www.marcoferri.info/2013/04/14/four-seasons-di-firenze-hamad-bin-khalifa-al-thani-non-e-il-primo-arabo-che-lo-possiede/ [10.06.2015]

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH Bonn (Hrsg.): Villa Romana. Gegenwart eines Künstlerhauses, Bonn Florenz 2013

Gerda Wendermann: Spurensuche im Florenz der siebziger Jahre, in: Ein Arkadien der Moderne? 100 Jahre Künstlerhaus Villa $Romana in Florenz, Berlin 2005

Eva-Maria Troelenberg ist Kunsthistorikerin. Seit 2011 leitet sie die Max-Planck-Forschungsgruppe „Objects in the Contact Zone – The Cross-Cultural Lives of Things“ am Kunsthistorischen Institut Florenz – Max Planck Institut. Im März 2015 organisierte sie in Florenz gemeinsam mit der Villa-Romana-Preisträgerin Mariechen Danz und Angelika Stepken das wissenschaftlich-künstlerische Symposium „Unmapping the Renaissance“.

Down the Nile, to the land of the Etruscans, to the fantastic happiness

Every historic date has a prologue. Things hardly ever begin where we begin to count. It is said that long before 1905 the Villa Romana was once inhabited or even owned by the Egyptian Viceroy Ismail Pasha l. Once that thought has entered your imagination, you can almost see him sitting there in the gently sloping garden, in the shadow of the cypress.
It is however, in all likelihood, a rumour cleverly conceived under conditions of splendid arbitrariness; the kind of story that in hindsight could always mean its exact opposite. Or maybe simply a mighty travesty.

Elective affinities

“We decided to travel to Cairo the next day to ask my father Ismail Pasha, who was at the time very busy with the construction of the Suez Canal, to take a trip to Etruria, which I had long ago grown fond of, in order to spend a life of infinitely great, insanely mad, utterly fantastic happiness with Ramsud there. He, my father, owned a palace in a fairy-tale bamboo grove, peppered with all kinds of surprises, and he proceeded to support the fine arts of a blithe spirit from afar.”

These lines are taken from a fictional travelogue by Michael Buthe, who in 1976 worked in Florence for ten months as a Villa Romana Fellow. In his story, which he illustrated with pen and ink drawings, he constructed the elective affinity between his alter ego Saladin Ben Ismail and Ismail Pasha, whose regency as Viceroy of Egypt had ended almost exactly a century earlier. It is not only on the time axis that the reference to the construction of the Suez Canal, which opened in 1869, initially appears to provide a precise anchor point for this ingenuous entanglement of time and space; the geographical and spatial coordinates also seem clear: from Alexandria the journey leads the narrator, his companions and his lover Ramsud across the sea, past Corfu, Crete and Athens, and finally to Ostia. The story continues over land from Rome to Florence:

“Ismail Pasha’s villa was just outside the city, on the road to Siena. And so we came via the Ponte Santa Trinita, which is supposedly the most elegant bridge in the world, to the torch-lit Porta Romana and the Via Senese, in order to take up our lodgings at the villa, this palace of Ismail Pasha’s that was to be our home for the next few months, and put a temporary end to our wanderings. The flag of the double lion and the sun was raised to summon good fortune.”

Whether the historical Ismail Pascha, whose regency is interpreted not only as a time of reform and renewal but also of economic turmoil in Egypt, ever did set foot in the villa on the Via Senese, we do not yet know. He did in fact live in Italy for some time between his abdication in 1879 and his death in 1895, and even lived in various houses in Florence: for a short time during the 1880s, he owned the Palazzo Scala-della Gherardesca.

Is Buthe’s travelogue, inspired (with great poetic licence) by a half-forgotten Florentine anecdote, only one of the many versions of the “grand tour” that are still cultivated today? An essentially conservative standard exercise in modern artistic biographical optimisation, conceptually translated into an expressive word and mind game? All in all, simply an Oriental fantasy, an almost prototypical projection screen for the pursuit of a happiness that is perhaps impossible to articulate elsewhere?

Michael Buthe – Villa Romana Blog

© VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Maybe so, but it is a fantasy with multiple hidden meanings. The reverse direction of the journey, which leads from the “Orient” to Italy and rather than returning home, leads away from the imaginary father figure of Ismail Pascha, is at the very least a smart artistic device. Introduced as the builder of the Suez Canal and therefore a player in an age on the cusp of rational, technological modernity, he constitutes the modern abutment to the narrator’s movements. In contrast, the latter is always travelling towards an ever more purposeless, emphatically reiterated fortune or “happiness”. This effectively overrides any teleological purpose of direction – the outlook goes far beyond a mere historicising ‘othering’ or masquerade.

“The Renaissance had erupted”

This journey opens up, not only two, but countless time levels – an effect that constantly renews and multiplies itself through the continuously swelling entourage: “It really is great the way these millennia converge there.” Coca Cola is drunk, and Simon & Garfunkel provide the soundtrack, but along the way the cast of world history make their appearances: from Hermes to Napoleon, from Cleopatra to Marilyn and Mae West. In the port of Ostia, Lucretia Borgia awaits, surrounded by “three million cardinals”, and offers herself as their tour guide on the journey to Florence. There is constant flamboyant flirting, coupling and celebrating, before everything culminates in a great Florentine travesty:

“Florence was more beautiful than ever, Santo Spirito had its daily Festival of Transvestites, who strutted along holding pink flamingos on delicate leashes, absorbing the men’s ardent glances Ramsud, Lucretia, Cesare Borgia, Savonarola, Cosimo di Medici and little Strozzi – we all sat in a sledge of brilliant stones …”

It is not by accident that the emphatic-tempered party of travelling revenants enters Florence with an apodictic, entirely affirmative statement: “The Renaissance had erupted”. It must have been a Renaissance in the widest, freest and most generous sense, the reinvention of a huge, all-reversing, and at the same time naive, personal cosmos.
In the end, what started as a rumour has evolved into an intimation of the legitimacy of happiness as a purpose and motive. It is thus – even from today’s perspective – a Mediterranean utopia.

All quotes and images from:
Michael Buthe
© VG Bild-Kunst, Bonn 2015
Photos: Albert Coers
Bibliography:
Marco Ferri: Four Seasons di Firenze: un altro prossessore arabo. http://www.marcoferri.info/2013/04/14/four-seasons-di-firenze-hamad-bin-khalifa-al-thani-non-e-il-primo-arabo-che-lo-possiede/ [10.06.2015]

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH Bonn (ed.): Villa Romana. Gegenwart eines Künstlerhauses, Bonn/Florence 2013

Gerda Wendermann: Spurensuche im Florenz der siebziger Jahre, in: Ein Arkadien der Moderne? 100 Jahre Künstlerhaus Villa Romana in Florenz, Berlin 2005

Eva-Maria Troelenberg is an art historian. Since 2011 she has been Head of the Max Planck Research Group “Objects in the Contact Zone – The Cross-Cultural Lives of Things” at the Kunsthistorisches Institut in Florenz – Max Planck Institute. In March 2015, she organised the Arts and Humanities Symposium “Unmapping the Renaissance” together with Angelika Stepken and Villa Romana Fellow Mariechen Danz in Florence.

Dalle sponde del Nilo alla terra degli Etruschi, verso un’assoluta, fantastica felicità

Ogni epoca ha le sue preistorie. Quasi mai le cose iniziano realmente lì dove cominciamo a contare. Si dice, per esempio, che il viceré d’Egitto Ismail Pascià abbia abitato a Villa Romana molto prima del 1905 e ne sia persino stato il proprietario. Basta che questa idea faccia breccia nella nostra mente, e pare già di vederlo sedere all’ombra dei cipressi nel parco lievemente in pendio.
Con ogni probabilità, tuttavia, non è altro che una leggenda inventata nel quadro del più totale, eclatante arbitrio. Quel tipo di storia che, a uno sguardo retrospettivo, può significare persino il suo esatto contrario. O forse è solo una clamorosa messinscena en travesti.

Affinità elettive

“Decidemmo di partire l’indomani per il Cairo e chiedere a mio padre, Ismail Pascià, all’epoca molto impegnato nella costruzione del Canale di Suez, il permesso di intraprendere un viaggio in Etruria, luogo che molto tempo prima avevo imparato ad amare, per trascorrervi con Ramsud un’esistenza colma di infinita, formidabile, straordinaria, folle, assoluta, fantastica felicità. Mio padre vi possedeva un palazzo circondato da un magico boschetto di bambù che riservava ogni sorta di sorprese e, a quelle latitudini, intendeva promuovere il talento artistico di una creatura felice”.

Queste righe sono tratte dal finto diario di viaggio redatto da Michael Buthe, vincitore del premio Villa Romana, che nel 1976 lavorò per dieci mesi a Firenze. Nel suo racconto illustrato con disegni a china costruisce un’affinità elettiva tra il suo alter ego, Saladin Ben Ismail, e Ismail Pascià, viceré d’Egitto, la cui reggenza era terminata quasi esattamente un secolo prima. Il riferimento alla costruzione del canale di Suez, inaugurato nel 1869, permette di situare con apparente precisione lungo l’asse cronologico questo audace incrocio spazio-temporale. Ma non solo: anche le coordinate geografiche sono inequivocabili: il viaggio per mare porterà il narratore e il suo compagno e amante Ramsud da Alessandria a Ostia passando per Corfù, Creta e Atene. E proseguirà via terra da Roma a Firenze:

“La villa di Ismail Pascià era situata un po’ fuori dal centro lungo la strada per Siena. Così, attraversato il Ponte Santa Trinita, che dicono sia il ponte più elegante del mondo, arrivammo prima a Porta Romana, illuminata dalle torce, poi in Via Senese, e lì ci fermammo alla villa, il palazzo di Ismail Pascià che ci avrebbe ospitato nei mesi successivi, mettendo temporaneamente fine alla nostra peregrinazione. Per invocare la buona sorte, fu issata la bandiera con il sole in mezzo ai due leoni”.

Non sappiamo se il vero Ismail Pascià, la cui reggenza in Egitto è stata giudicata un’epoca di riforme e rinnovamento, ma anche di instabilità economica, abbia mai realmente messo piede nella villa sulla Via Senese. Di fatto tra il 1879, anno della sua abdicazione, e il 1895, anno della morte, visse per qualche tempo in Italia e probabilmente abitò anche in vari palazzi di Firenze; inoltre, durante gli anni Ottanta dell’Ottocento possedette per un breve periodo Palazzo Scala-della Gherardesca.

Il diario di viaggio di Buthe, compilato con grande licenza poetica ispirandosi a un aneddoto fiorentino quasi dimenticato, è forse solo un’altra delle innumerevoli versioni di quel Grand Tour in voga ancora oggi? Un tentativo standardizzato, in realtà nostalgico, di arricchire in chiave moderna e artistica un profilo biografico, tradotto concettualmente in un eloquente gioco di parole e pensieri? In definitiva un’altra fantasia orientaleggiante, uno schermo quasi esemplare su cui proiettare quella ricerca della felicità che forse non sarebbe possibile descrivere altrimenti?

Michael Buthe – Villa Romana Blog

© VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Può darsi. Ma è comunque una fantasia dai molteplici significati nascosti. E un artificio, a dir poco, è la direzione contraria del viaggio che, pur andando dall”Oriente’ all’Italia, non porta a casa ma lontano da Ismail Pascià, immaginaria figura paterna. Presentato come il costruttore del Canale di Suez, e dunque protagonista dell’epoca di passaggio verso la modernità razionale e tecnologica, Ismail Pascià rappresenta il moderno pilastro che fa da contrappunto al viaggio del narratore il quale, al contrario, si muove verso una ‘felicità’ sempre più priva di scopo e più volte esorcizzata con enfasi. Questo invalida efficacemente ogni principio teleologico: la prospettiva va oltre il mero straniamento storicizzante o la mascherata.

“Era scoppiato il Rinascimento”

Il viaggio dischiude non solo due, ma innumerevoli livelli temporali; un effetto che l’aumento continuo della folla di accompagnatori durante il cammino rinnova, moltiplica in modo permanente: “È fantastico vedere riunirsi queste migliaia di persone!”. Si beve coca cola con la musica di Simon&Garfunkel a far da sottofondo; lungo la strada, ecco spuntare i protagonisti della storia mondiale, da Hermes a Napoleone, da Cleopatra a Marylin e Mae West. Nel porto di Ostia, Lucrezia Borgia attende in mezzo a “tre milioni di cardinali” e si offre di scortare i viaggiatori fino a Firenze. Il tempo passa in un turbinio di flirt, amori e feste, prima che il viaggio sfoci in una grande messinscena fiorentina en travesti:

“Firenze era più bella che mai, Santo Spirito celebrava la sua quotidiana festa dei travestiti che passeggiavano superbi portando fenicotteri rosa legati a esili guinzagli e catturavano gli sguardi ardenti degli uomini. Ramsud, Lucrezia, Cesare Borgia, Savonarola, Cosimo de’ Medici e il piccolo Strozzi, tutti a bordo della nostra vettura scintillante…”.

Peraltro non è un caso che l’empatica comitiva dei redivivi abbia fatto ingresso a Firenze esprimendo un giudizio tanto apodittico quanto assolutamente positivo: “Era scoppiato il Rinascimento”. Doveva trattarsi di un Rinascimento nel senso più ampio, libero e gandioso del termine: la reinvenzione di un grande cosmo in grado di sovvertire, rivoluzionare ogni cosa, e insieme un cosmo genuino, intimo e privato.

La leggenda si è fatta infine utopia, l’idea che la legittima ricerca della felicità sia insieme scopo e causa prima. E – se vista con gli occhi di oggi – un’utopia mediterranea.

Tutte le citazioni e le immagini sono tratte da:
Michael Buthe
© VG Bild-Kunst, Bonn 2015
Foto: Albert Coers
Bibliografia:
Marco Ferri, Four Seasons di Firenze: un altro prossessore arabo. http://www.marcoferri.info/2013/04/14/four-seasons-di-firenze-hamad-bin-khalifa-al-thani-non-e-il-primo-arabo-che-lo-possiede/ [10/06/2015]

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH Bonn (a cura di), Villa Romana. Gegenwart eines Künstlerhauses, Bonn-Florenz 2013

Gerda Wendermann, Spurensuche im Florenz der siebziger Jahre, Ein Arkadien der Moderne? 100 Jahre Künstlerhaus Villa Romana in Florenz, Berlin 2005

Eva-Maria Troelenberg, storica dell’arte, dirige dal 2011 il Max Planck Research Group “Objects in the Contact Zone – The Cross-Cultural Lives of Things” presso il Kunsthistorisches Institut di Firenze–Max Planck Institut. Nel mese di marzo 2015, in collaborazione con Mariechen Danz, vincitrice del premio Villa Romana, e Angelika Stepken, ha organizzato a Firenze il simposio tra scienza e arte “Unmapping the Renaissance”.

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